Lymphdrainage Zuhause – Selbstmanagement bei Lip- und Lymphödem 

Sanfte Handgriffe lernen, Flüssigkeitsstau lindern und den Alltag erleichtern
Marketing Managerin SEO & Unternehmenskommunikation
Johanna Rustigegeprüft von Johanna Rustige
Produktmanagerin Kompression und Brustversorgung

Warum Eigendrainage? Sanft unterstützen, wenn der Termin noch wartet.

Manchmal dauert es, bis ein Termin zur Lymphdrainage frei wird – oder Sie möchten die Wirkung zwischen zwei Behandlungen erhalten. Eine Lymphdrainage Zuhause (Eigendrainage) kann helfen, den Lymphfluss sanft anzuregen und Spannungsgefühle zu lindern. Sie ersetzt keine physiotherapeutische Behandlung, kann diese aber sinnvoll ergänzen – besonders bei Lymphödem, Lipödem und Lip-Lymphödem.

 

Auch bei postoperativen Schwellungen, nach Verletzungen oder im Rahmen einer Krebsnachsorge, bei Venenerkrankungen oder während der Schwangerschaft kann eine in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlene Lymphdrainage unterstützend wirken. Entscheidend sind ruhige, schmerzfreie Bewegungen auf der Hautoberfläche, ein leichter Druck sowie eine feste Reihenfolge, damit die Ableitungswege zuerst „geöffnet“ werden.

 

Für zu Hause kann zusätzlich ein Varilymph Gerät von SLK eingesetzt werden. Es arbeitet mit wechselndem Luftdruck und kann helfen, die manuelle Eigendrainage zu unterstützen und die Entstauung zu fördern.

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Tipps zur Eigendrainage

Zusammen mit Simone Schäfer, einer Lipödem-Betroffenen mit sekundärem Lymphödem im Stadium 2, und Maike – unserer Physiotherapeutin mit Ausbildung für die Lymphdrainage der ProtheoFit – haben wir ein tolles Video gedreht. Hier finden Sie wertvolle Tipps für die Lymphdrainage ZuhauseUnsere Therapeutin Meike zeigt die Handgriffe, Bewegungen und Druckpunkte die bei einer Eigendrainage Zuhause besonders wichtig sind. 

 

Jetzt reinschauen und selbst ausprobieren!

Lymphdrainage kurz erklärt: Was passiert im Gewebe?

Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle, sehr sanfte Behandlungstechnik, die das Lymphsystem unterstützt. Mit flächigen, rhythmischen Griffen wird die Haut verschoben – nicht geknetet. Dadurch können sich Flüssigkeit und Eiweißanteile im Gewebe besser verteilen und über Lymphbahnen und Lymphknoten abtransportiert werden. Viele Betroffene mit Lipödem, Lymphödem oder Lip-Lymphödem empfinden die Behandlung als wohltuend. Auch nach Verletzungen oder Operationen kann sie – ärztlich verordnet – Teil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) sein. 

Die Eigendrainage: Was ist realistisch?

Gerade bei Ödembetroffenen kann die Eigendrainage im Alltag helfen: Spannungsgefühle lassen häufig nach, die Kompression sitzt angenehmer und Bewegungen fallen leichter.  Sie ersetzt aber keine ärztliche Behandlung, keine angepasste Kompressionsversorgung und keine Bewegungstherapie. Nutzen Sie die Eigendrainage als Baustein – neben Alltagstipps, Hautpflege und ggf. Ernährungs- und Schmerzmanagement. 

Eigendrainage im Alltag integrieren

Viele Betroffene fragen sich, wie sich die Lymphdrainage Zuhause am besten in den Alltag einbauen lässt. Grundsätzlich gilt: Lieber regelmäßig kurz als selten und sehr lang. Schon 10–15 Minuten täglich können helfen, Spannungsgefühle zu lindern und die Beine oder Arme leichter wirken zu lassen. 

 

Der Zeitpunkt ist individuell – häufig empfinden Betroffene die Eigendrainage am Nachmittag oder Abend als angenehm, wenn sich Schwellungen verstärkt bemerkbar machen. Auch nach einer professionellen Behandlung oder direkt vor dem Anziehen der Kompressionsversorgung ist die Eigendrainage sinnvoll. 

 

Wichtig ist, dass Sie die Handgriffe in einer ruhigen Umgebung durchführen und sich anschließend kurz bewegen – ein Spaziergang oder leichte Gymnastik unterstützt den Abfluss zusätzlich. Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken und lockere Kleidung zu tragen, die nicht einschnürt. 

 

So wird die Eigendrainage zu einem festen Ritual, das Sie bei Lipödem und/oder Lymphödem im Alltag entlasten und Ihr Selbstmanagement unterstützen kann. 

Lachende Frau mit Lip- und Lymphödem trägt Kompressionen an Beinen und Armen

Hilft Lymphdrainage bei Lipödem?

Sie kann Spannungsgefühle mindern und Bewegungen angenehmer machen – besonders im Zusammenspiel mit Kompression und Bewegung. 

 

Hier finden Sie mehr zu Selbstmanagement bei Lipödem und Lymphödem. 

Wie oft darf ich die Eigendrainage machen?

So oft, wie es empfohlen wurde und angenehm ist. Lieber regelmäßig kurz als selten sehr lang. Schmerzen sind ein Stopp-Signal. 

Muss ich nach der Eigendrainage Kompression tragen?

Wenn verordnet: ja. Kompressionsversorgung kann den Effekt unterstützen und länger erhalten. 

Gibt es Kontraindikationen?

Ja. Bei akuten Infektionen, Fieber, frischer Thrombose, dekompensierter Herzinsuffizienz oder unklaren Schmerzen bitte zuerst ärztlich abklären. 

Austausch und Beratung rund um Lip- und Lymphödem

Sie möchten sich mit anderen Betroffenen austauschen und Erfahrungen teilen?
Dann werden Sie Teil unserer Facebook-Gruppe „Mittelpunkt Mensch: Leben mit Lip- oder Lymphödem“ – hier finden Sie Verständnis, Tipps und gegenseitige Unterstützung. 

Für eine persönliche und individuelle Beratung stehen Ihnen unsere ExpertInnen in den rahm-Filialen gerne zur Seite.