Skoliose

Verkrümmung der Wirbelsäule

Eine Skoliose hat Auswirkungen auf die Haltung Ihres Kindes. Mit individuell gefertigten Hilfsmitteln wie Korsetten unterstützen wir Sie dabei, die Haltung zu korrigieren.

Ursachen, Symptome und Hilfsmittel

Wenn Sie oder Ihr Kind erstmals mit der Diagnose Skoliose konfrontiert werden, stehen Sie vor einer vielschichtigen Herausforderung. Gerade in jungen Jahren kann eine solche Veränderung emotional belasten und den Alltag beeinflussen.

 

Wir vom Sanitätshaus rahm stehen Ihnen zur Seite, wenn Sie mit der Diagnose Skoliose konfrontiert sind – mit fachlicher Kompetenz, individuell angepassten Hilfsmitteln und einfühlsamer Beratung. Gemeinsam finden wir eine passende Versorgung, die Ihre Wirbelsäule entlastet und Ihre Lebensqualität fördert.

Female osteopath working with little patient on couch in clinic,

Skoliose – Eine komplexe Veränderung der Wirbelsäule

Skoliose beschreibt eine Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule, die sich meist über Jahre hinweg unbemerkt entwickelt. In rund 80 % der Fälle lässt sich keine konkrete Ursache identifizieren. MedizinerInnen sprechen dann von einer Wirbelsäulenverkrümmung unbekannter Ursache (idiopathischen Skoliose). Besonders im Jugendalter zwischen 10 und 15 Jahren kann eine sichtbare Veränderung der Körperhaltung emotional stark belasten. Ohne individuelle Behandlung kann sich die Verkrümmung verstärken und zu funktionellen Problemen führen. Frühzeitiges Erkennen und eine individuell abgestimmte Versorgung sind entscheidend, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und mögliche Beschwerden zu reduzieren.

 

Skoliose verändert die Statik der Wirbelsäule auf gleich mehreren Ebenen. Die Wirbelsäule krümmt sich seitlich, dreht sich entlang der Längsachse, und verursacht in den meisten Fällen einen Flachrücken. Häufig ist auch die Beweglichkeit eingeschränkt. Meist sind die Brustwirbelsäule, die Lendenwirbelsäule oder beide Abschnitte betroffen. Entwickelt sich eine Skoliose erst im Erwachsenenalter, sind häufig altersbedingte Verschleißprozesse oder neuromuskuläre Erkrankungen verantwortlich.

 

Die betroffenen Abschnitte der Wirbelsäule weichen dann deutlich von der physiologischen Form ab. Dies kann langfristig zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Problemen im Alltag führen.

Ursachen und Risikofaktoren

In vielen Fällen lässt sich keine konkrete Ursache für die Skoliose benennen. Diese entwickelt sich meist während der körperlichen Wachstumsphasen.

Zudem gibt es ursachenbedingte Skoliosen. Zu den bekannten Ursachen und Risikofaktoren zählen:

 

  • Angeborene Fehlbildungen der Wirbelkörper, bei denen bereits in der Embryonalentwicklung strukturelle Anomalien entstehen.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen, etwa Zerebralparese oder Muskeldystrophie, die die Muskelsteuerung beeinträchtigen.
  • Unfälle, Entzündungen oder Operationen an der Wirbelsäule, die deren Form dauerhaft verändern.
  • Beinlängendifferenzen oder dauerhafte Fehlhaltungen, die eine asymmetrische Belastung fördern.

 

Besonders während des Wachstums ist die Wirbelsäule anfällig für Veränderungen. Wenn Sie bei Ihrem Kind in dieser Zeit erste Auffälligkeiten bemerken, sollten Sie eine fachärztliche Abklärung veranlassen, um frühzeitig gegensteuern zu können.

Skoliose-Symptome frühzeitig erkennen

Die Anzeichen einer Skoliose zeigen sich oft schleichend und werden besonders, wenn keine Schmerzen auftreten, im Alltag leicht übersehen. Häufig bemerken Sie die ersten Veränderungen an der Haltung oder der Körpersymmetrie. Typische Symptome können sein:

 

  • Eine Schulter steht höher als die andere.
  • Der Rippenbogen wölbt sich einseitig nach außen.
  • Das Becken ist deutlich schief.
  • Muskelverspannungen treten einseitig auf.
  • Rückenschmerzen

 

In fortgeschrittenen Fällen kann sich die Brustkorbform so stark verändern, dass die Lungenfunktion beeinträchtigt wird. Entscheidend für die Beurteilung ist der sogenannte Cobb-Winkel, mit dem Fachärztinnen und -ärzte das Ausmaß der Verkrümmung in Grad bestimmen.

Diagnostik und Schweregrade

Um eine Skoliose zu diagnostizieren, untersuchen Orthopädinnen und Orthopäden die Körperhaltung zunächst klinisch – meist ergänzt durch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen. Der gemessene Cobb-Winkel gibt Auskunft über den Schweregrad der Krümmung:

 

  • Leichte Skoliose: bis 20 Grad
  • Mittelschwere Skoliose: 20–40 Grad
  • Schwere Skoliose: über 40 Grad

 

Zusätzliche Untersuchungen wie der Adams-Vorbeugetest, eine Beinlängenvermessung oder funktionelle Bewegungsanalysen helfen dabei, die individuellen Ursachen und Auswirkungen der Skoliose besser zu verstehen. Eine präzise Diagnostik bildet die Grundlage für jede weitere Therapieentscheidung.

Skoliose

Therapie und Behandlung der Skoliose

Die Behandlung richtet sich individuell nach dem Alter, dem Schweregrad der Skoliose, der verbliebenen Wachstumszeit und den vorhandenen Beschwerden. Ziel jeder Therapie ist es, das Fortschreiten der Verkrümmung zu stoppen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten. In vielen Fällen lässt sich eine Operation vermeiden, wenn Sie mit Ihrem Kind frühzeitig aktiv werden.

 

Physiotherapie und Übungen

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der konservativen Skoliosebehandlung. Besonders bewährt hat sich die Schroth-Therapie, ein spezielles Übungskonzept, zur Korrektur der Körperhaltung in drei Ebenen. Dazu gehören:

 

  • Gezielte Atemtechnik zur Erhaltung der Lunge.
  • Muskelaufbau zur aktiven Stabilisierung der Wirbelsäule.
  • Training des eigenen Körperbewusstseins.

 

Üben Sie regelmäßig unter fachlicher Anleitung mit Ihrem Kind, verbessern Sie die Körperhaltung. In der Wachstumsphase hat eine konsequente Therapie nachweislich den größten Nutzen.

Korsetttherapie bei Kindern und  Jugendlichen

Wenn sich die Skoliose bei Kindern und Jugendlichen trotz Physiotherapie verschlechtert oder der Cobb-Winkel 20 Grad übersteigt, empfiehlt sich im Kindes- oder Jugendalter häufig ein individuell angepasstes Korsett. Es wird auf Basis eines Gipsabdrucks oder eines 3D-Scans hergestellt und muss täglich 18 bis 23 Stunden getragen werden. Vorteile der Korsettversorgung sind:

 

  • Sie verlangsamen oder stoppen das Fortschreiten der Verkrümmung.
  • Sie vermeiden in vielen Fällen eine Operation.
  • Sie fördern eine aufrechte Haltung.

 

OrthopädInnen kontrollieren dabei regelmäßig die Passform des Korsetts. Notwendige Anpassungen, um der veränderten Körperhaltung zu entsprechen, werden dann von erfahrenen OrthopädietechnikerInnen durchgeführt, um zu einer optimalen Wirkung beizutragen.

 

Operative Therapieoptionen

Wenn die Skoliose stark ausgeprägt ist (über 45 Grad Cobb-Winkel) oder trotz konservativer Maßnahmen deutlich fortschreitet, kann aus medizinischer Sicht eine operative Korrektur notwendig erscheinen. Diese Entscheidung wird immer, unter Berücksichtigung Ihres allgemeinen Gesundheitszustands, Ihres Alters und der funktionellen Einschränkungen, durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte auf Basis einer umfassenden Diagnostik getroffen. Ziel des Eingriffs ist es, die Wirbelsäule zu stabilisieren und eine bestmögliche Korrektur der Fehlstellung zu erzielen.

Frau mit Skoliose-Korsett fährt BMX im Skatepark.

Hilfsmittel bei Skoliose von rahm: Unterstützung für Haltung, Stabilität und Schmerzreduktion

Wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind eine Skoliose diagnostiziert wurde, sind nicht nur die Haltung, sondern oft auch die Beweglichkeit, Muskelbalance und alltägliche Belastbarkeit beeinflusst. Die Wahl der richtigen Hilfsmittel hängt davon ab, wie stark die Wirbelsäulenverkrümmung ausgeprägt ist, in welchem Abschnitt der Wirbelsäule sie auftritt und ob zusätzlich Schmerzen oder Funktionsstörungen bestehen. Mit eingesetzten Orthesen und Korsettformen können Sie die Wirbelsäule stabilisieren, die Krümmung kontrollieren und Fehlbelastungen reduzieren.

 

Derotationskorsett (Chêneau/Rigo) Versorgung bei Skoliose im Jugendalter

Bei idiopathischer Skoliose (seitliche und verdrehte Verkrümmung der Wirbelsäule ohne erkennbare Ursache) bei Kindern in der Wachstumsphase kommt häufig ein Derotationskorsett wie das Korseett nach Riog oder Chêneau zum Einsatz. Es wirkt auf die dreidimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule ein, stabilisiert die Wirbelkörper und unterstützt die Aufrichtung durch atmungsaktive Freiräume. Das Korsett wird individuell angepasst und beeinflusst unter anderem den Cobb-Winkel sowie die Bewegungsmuster. In der Regel wird es täglich über mehrere Stunden getragen. Ziel ist es, das Fortschreiten der Skoliose während des Wachstums zu bremsen.

 

Rahmenstützkorsett und Stützkorsett

Bei Skoliose im Erwachsenenalter oder in Verbindung mit Osteoporose, Lumbalgie oder degenerativen Veränderungen kann ein Rahmenstütz- oder Stützkorsett zur Stabilisierung beitragen. Im Fokus steht nicht die Korrektur, sondern die Entlastung und Unterstützung der Rumpfstatik im Alltag. Solche Versorgungen können Schmerzen beim Stehen und Gehen verringern und die Haltungssymmetrie verbessern. Die Versorgung erfolgt in Absprache mit Fachärztinnen und OrthopädietechnikerInnen. Ziel ist es, die Belastung der Wirbelsäule im Alltag besser zu verteilen.

Jurtin Einlagen werden an einem Fuß angepasst

Hilfsmittel bei Funktionsstörungen von Bein und Fuß

Eine ausgeprägte Wirbelsäulenverkrümmung kann auch den Gang, die Beinachsen oder die Fußstellung beeinflussen. In diesen Fällen stehen Ihnen individuell angepasste Einlagen, Orthesen oder funktionelle Systeme zur Fußhebung zur Verfügung.

 

Jurtin Einlagen können dabei unterstützen, eine stabilere Stand- und Gehfunktion zu ermöglichen, Fehlhaltungen infolge eines Beckenschiefstands vorzubeugen sowie die Wirbelkörper im Alltag zu entlasten.

 

Bei einer Skoliose in Verbindung mit unterschiedlicher Beinlänge können orthopädische Maßschuhe oder Schuhzurichtungen dazu beitragen, diese Differenz auszugleichen und können zu einem natürlicherem Gang beitragen. Alle genannten Hilfsmittel zielen darauf ab, die Mobilität zu verbessern, Schmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität trotz Skoliose aufrechtzuerhalten.

rahm: Ihr Partner für mehr Mobilität und Lebensqualität bei Wirbelsäulenerkrankungen

Erkrankungen der Wirbelsäule wie Skoliose können den Alltag erheblich beeinflussen – sei es durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder eine veränderte Körperstatik. Umso wichtiger ist eine individuelle Versorgung, die genau auf die anatomischen Voraussetzungen und funktionellen Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt ist.

 

Im Sanitätshaus rahm stehen Ihrer Familie interdisziplinär arbeitende Teams zur Seite, die moderne Hilfsmittel mit fachkundiger Beratung verbinden. An unseren spezialisierten Standorten unterstützen wir Sie bei orthopädischen und komplexen Krankheitsbildern der Wirbelsäule. Unsere Expertise umfasst unter anderem:

 

 

Ob bei degenerativen Veränderungen, strukturellen Fehlstellungen oder traumatischen Verletzungen: Wir begleiten Sie mit funktionellen Lösungen auf dem Weg zu mehr Mobilität und Lebensqualität!