Multiple Sklerose

Chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems

Multiple Sklerose kann viele Aspekte des Alltags beeinträchtigen. Wir vom Sanitätshaus rahm beraten Sie zu Hilfsmitteln, die Ihren Alltag erleichtern können.

Ursachen, Symptome und Hilfsmittel

Multiple Sklerose kann Ihr Leben grundlegend verändern. Trotz moderner medizinischer Therapien treten häufig neurologische Beeinträchtigungen auf, etwa in der Motorik, beim Sprechen oder in der Wahrnehmung.

 

Wir vom Sanitätshaus rahm beraten Sie individuell, welche Hilfsmittel für Sie sinnvoll sein können und wie Sie Ihren Alltag damit selbstbestimmt gestalten. Ganz gleich, ob Sie kürzlich die Diagnose erhalten haben oder bereits seit längerer Zeit mit der Erkrankung leben.

Ärztin wertet einen MRI aus mit Anzeichen für Multiple Sklerose

Verlauf Multipler Sklerose

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Als Autoimmunerkrankung richtet sich Ihr Immunsystem gegen körpereigene Strukturen – insbesondere gegen die Myelinscheiden der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark. Diese Schutzhüllen sorgen normalerweise für eine schnelle und präzise Signalübertragung vom Gehirn an die Nerven. Wenn sie durch Entzündungen beschädigt oder zerstört werden, können daraus vielfältige neurologische Einschränkungen entstehen.

 

Der Verlauf ist individuell uind sehr unterschiedlich: Einige Betroffene erleben nur milde Symptome in unregelmäßigen Abständen, während bei anderen die Einschränkungen kontinuierlich zunehmen. Multiple Sklerose, kurz MS, tritt häufig bereits im jungen Erwachsenenalter auf und betrifft in Mitteleuropa besonders Frauen. Eine langfristige Betreuung erfordert ein interdisziplinäres Konzept, das moderne Therapien und technische Hilfen einbezieht.

Verflaufsformen von Multipler Sklerose

  • Schubförmig-remittierende MS (RRMS): Sie erleben akute Krankheitsschübe mit vorübergehenden neurologischen Ausfällen, die sich ganz oder teilweise zurückbilden können.
  • Sekundär progrediente MS (SPMS): Diese Form folgt oft auf die RRMS und geht mit einem stetigen Funktionsverlust einher.
  • Primär progrediente MS (PPMS): Die Symptome verschlechtern sich von Beginn an kontinuierlich, ohne erkennbare Schübe.

 

Die Ursachen von MS sind noch nicht abschließend geklärt. In der Forschung werden genetische Veranlagungen, Umweltfaktoren wie Vitamin-D-Mangel, Infektionen (z. B. mit dem Epstein-Barr-Virus), Rauchen sowie bestimmte Darmbakterien als mögliche Auslöser untersucht.

Symptome erkennen und gezielt handeln

Die Beschwerden bei MS sind sehr unterschiedlich – je nachdem, welche Teile Ihres Nervensystems betroffen sind. Oft beginnt die Erkrankung schleichend, mit Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verstärken können.

 

Typische Anzeichen, auf die Sie achten sollten:

 

  • Sehstörungen, etwa verschwommenes Sehen oder Schmerzen bei Augenbewegungen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen
  • Muskelschwäche und Spastiken, vor allem in den Beinen
  • Störungen der Koordination und des Gleichgewichts
  • anhaltende Erschöpfung (Fatigue)
  • Blasen- und Darmstörungen, etwa Dranginkontinenz oder Verstopfung

 

Um MS zu diagnostizieren, werden verschiedene Verfahren eingesetzt: eine ausführliche neurologische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT), Laboranalysen sowie die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor). Zusätzlich geben elektrophysiologische Tests Aufschluss über die Leitfähigkeit der Nerven.

Therapieoptionen: individuell, ganzheitlich und zielgerichtet

Da MS bei jeder Person unterschiedlich verläuft, passen sich die Therapieansätze an Ihre persönliche Situation an. Vielleicht benötigen Sie nur wenig Unterstützung – oder schon frühzeitig Hilfsmittel, Pflege oder psychologische Begleitung. Auch kognitive Einschränkungen oder depressive Symptome können Teil des Krankheitsbildes sein.

 

Die Therapie verfolgt mehrere Ziele:

 

  • Akute Schübe behandeln – meist durch entzündungshemmende Maßnahmen, um die Symptome schnell zu lindern.
  • Symptome langfristig lindern – durch Behandlungen, die auf Ihre individuellen Beschwerden abgestimmt sind.

 

Zur symptomatischen Therapie gehören:

 

  • Physiotherapie, um Ihre Beweglichkeit und Muskelkraft zu fördern oder zu erhalten.
  • Ergotherapie, um alltägliche Fähigkeiten zu stärken.
  • Logopädie, bei Sprach- oder Schluckproblemen.
  • Psychologische Begleitung, die Ihnen hilft, emotional stabil zu bleiben und Ihre Lebensqualität zu wahren

Ein frühzeitiger Therapiebeginn, regelmäßige Verlaufskontrollen und eine interdisziplinäre Versorgung können entscheidend dazu beitragen, dass Sie trotz MS aktiv und selbstbestimmt leben.

Exopulse suit tragen drei Personen, eine davon sitzend auf einem Rollstuhl

Hilfsmittel bei Multipler Sklerose – individuelle Lösungen für Ihren Alltag

Hilfsmittel können Sie wirksam dabei unterstützen, Ihre Mobilität, Selbstversorgung und gesellschaftliche Teilhabe zu erhalten. Ihre Versorgung stimmen wir individuell auf Ihre motorischen Fähigkeiten, Einschränkungen und persönlichen Anforderungen ab.

 

Im Sanitätshaus rahm begleiten wir Sie mit einem breiten Spektrum moderner Hilfsmittel. Unsere ExpertInnen unterstützen Sie dabei, die passende Versorgungslösung  zu finden. Dabei kommen unterschiedliche Technologien und Systeme zum Einsatz.

 

exopulse suit – Neuromodulation zur Unterstützung bei Spastiken

Der exopulse suit bietet Ihnen bei Multipler Sklerose einen innovativen Ansatz, wenn Sie unter spastischen Bewegungsstörungen leiden. Dabei handelt es sich um ein Ganzkörper-Neuromodulationssystem, das über elektrische Impulse gezielt die Muskelspannung beeinflussen kann. Durch die Stimulation bestimmter Muskelgruppen kann der Anzug dazu beitragen, Ihre spastisch verkrampfte Muskulatur zu entspannen und Ihre Bewegungsfreiheit zu verbessern.

 

C-Brace®: Dynamische Unterstützung bei Gangstörungen

Das C-Brace® ist eine mikroprozessorgesteuerte Ganzbeinorthese, die Ihre Gehbewegung in Echtzeit analysiert und Sie unterstützt. So können Sie bei Muskellähmung im Kniebereich mit mehr Sicherheit gehen. Durch die dynamische Unterstützung kann sie dazu beitragen, Ihr Gangbild zu stabilisieren und Ihre Sturzgefahr zu reduzieren sowie wertvolle Energie im Alltag zu sparen.

Funktionelle Elektrostimulation und myoelektrische Systeme

Wenn Sie bestimmte Muskelgruppen nicht mehr willentlich ansteuern können, profitieren Sie von funktioneller Elektrostimulation (FES). Diese Systeme senden niedrigfrequente Stromimpulse an die betroffenen Nerven und können auf diese Weise Muskeln aktivieren, die Sie ohne Unterstützung nicht mehr ausreichend ansteuern können.

Orthesen und Bewegungshilfen für Arm und Hand

Bei MS-bedingten Einschränkungen in Armen und Händen können Ihnen spezielle Orthesen helfen, Bewegungen besser durchzuführen. Sie können eine ergonomische Haltung unterstützen, Ihre Beweglichkeit fördern und zur Schmerzlinderung beitragen.

Darüber hinaus können Ihnen mechanische Armunterstützungssystem die Nutzung Ihrer Arme erleichtern, indem sie die fehlende Muskelkraft kompensieren.

Mann mit Multiple Sklerose nutzt ein assistives Hilfsmittel mit Robotergreifarm und hält eine Flasche Wasser

Versorgung bei Funktionsstörungen von Bein und Fuß

Wenn das Anheben des Fußes beim Gehen für Sie zur Herausforderung wird, kommen Fußheberorthesen infrage. Diese helfen, Ihre Fußstellung zu stabilisieren und die Fußspitze anzuheben. So können Sie mehr Sicherheit beim Gehen erlangen und möglichen Stürzen vorbeugen.

 

Bewegungstrainer

Ein Bewegungstrainer kann bei MS helfen, trotz Mobilitätseinschränkungen aktiv zu bleiben. Das Training im Sitzen unterstützt den Erhalt von Muskelkraft und Beweglichkeit, fördert die Durchblutung und kann spastischen Verspannungen entgegenwirken. Die Geräte lassen sich individuell an die körperlichen Möglichkeiten anpassen.

 

Assistive Technologien im Alltag

Technische Systeme können Sie zusätzlich im häuslichen Umfeld und bei der Kommunikation unterstützen, wenn motorische oder sprachliche Fähigkeiten eingeschränkt sind:

 

aktivrollstuhl

Mobilitäts- und Alltagshilfen

Mit zunehmender Einschränkung Ihrer Mobilität stehen Ihnen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, die Sie im Alltag entlasten können. Dazu gehören Gehstöcke und Rollatoren, Elektromobile und Rollstühle.

 

Damit Sie Ihre verbleibende Muskelkraft nutzen und trainieren können, haben Sie insbesondere bei Aktivrollstühlen in Verbindung mit Restkraftantrieben oder Zuggeräten die Möglichkeit, den Grad der Unterstützung selbst zu wählen.

 

Inkontinenzversorgung bei Multipler Sklerose

Bei Multipler Sklerose kann es durch die gestörte Nervenleitung zu Blasen- oder Darmfunktionsstörungen kommen. Viele Betroffene leiden daher unter Harn- oder Stuhlinkontinenz. Spezielle Inkontinenzprodukte unterstützen Sie diskret im Alltag, erleichtern die Hygiene und helfen dabei, Ausscheidungen sicher abzuleiten. Ob aufsaugende Hilfsmittel oder ableitende Systeme – die Auswahl wird individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst.

 

Alltagshilfen bei Multipler Sklerose

Die fortschreitenden Einschränkungen von Muskelkraft, Koordination und Gleichgewicht können viele alltägliche Tätigkeiten bei MS erschweren. Praktische Alltagshilfen wie Haltegriffe, Dusch- und Toilettenstühle, rutschfeste Unterlagen oder Ess- und Trinkhilfen können Ihnen dabei helfen, mehr Sicherheit und Selbstständigkeit zu bewahren. Auch Kommunikations- oder Steuerungshilfen sind bei Bedarf möglich. Unsere kostenlose Wohnumfeldberatung unterstützt Sie gerne bei der Auswahl der passenden Hilfsmittel für Ihr Zuhause.

Pflegebetten und Matratzen

Im Verlauf einer Multiplen Sklerose kann es zu einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit kommen. Pflegebetten mit elektrisch verstellbarer Liegefläche erleichtern das Aufrichten, Umlagern und die tägliche Pflege. Druckentlastende Matratzen beugen Druckgeschwüren (Dekubitus) vor und sorgen für mehr Liegekomfort. So können Sie Ihr Zuhause bestmöglich an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Andickungspulver

Schluckstörungen können bei MS in verschiedenen Krankheitsphasen auftreten. Andickungspulver verändert die Konsistenz von Flüssigkeiten so, dass diese langsamer fließen und kontrollierter geschluckt werden können. Das verringert das Risiko von Verschlucken und erleichtert eine sichere Flüssigkeitsaufnahme.

rahm Neuro-Tage – individuelle Beratung und Versorgung

Im Rahmen unserer rahm Neuro-Tage erhalten Sie bei Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen eine spezialisierte Beratung durch interdisziplinäre Teams. Unsere Reha- und OrthopädietechnikerInnen sowie Homecare-ExpertInnen prüfen gemeinsam Ihre aktuelle Versorgungssituation und entwickeln darauf aufbauend bedarfsgerechte Lösungen, die sich an Ihrer Lebensrealität orientieren.

rahm: Ihr Partner für mehr Lebensqualität bei Multipler Sklerose

Die Herausforderungen, die eine Erkrankung wie Multiple Sklerose mit sich bringt, sind individuell und vielschichtig. Mit der richtigen Hilfsmittelversorgung lassen sich Mobilität, Sicherheit und Selbstständigkeit fördern. Wir bei rahm unterstützen Sie mit modernen Technologien, fachkundiger Beratung und maßgeschneiderten Versorgungslösungen.

 

Unsere spezialisierten Versorgungszentren begleiten Sie kompetent von der Auswahl bis zur Anpassung Ihrer Hilfsmittel. Ob bei Gangunsicherheiten, Einschränkungen der Handfunktion oder Bedarf an assistiven Technologien – wir stehen Ihnen beratend zur Seite.

Darüber hinaus sind wir auch bei weiteren neurologischen Erkrankungen für Sie da, wie zum Beispiel:

 

 

Unser Ziel ist es, Sie auf Ihrem Weg mit individuellen Lösungen, die genau zu Ihrer Lebenssituation passen, zu mehr Selbstständigkeit und Mobilität aktiv zu begleiten.