Inkomplette Querschnittslähmung

Lähmung mehrer Gliedmaßen

Eine inkomplette Querschnittslähmung kann die Bewegungsfreiheit stark einschränken. Wir vom Sanitätshaus rahm beraten Sie zu Hilfsmitteln, die zu Ihren Anforderungen passen.

Ursachen, Symptome und Hilfsmittel

Bei einer inkompletten Querschnittslähmung kann Ihre Beweglichkeit deutlich eingeschränkt sein und alltägliche Aktivitäten wie Gehen, Greifen oder Anziehen zur Herausforderung werden.

 

Wir vom Sanitätshaus rahm beraten Sie individuell und mit viel Erfahrung, welche Hilfsmittel Ihre Mobilität unterstützen und wie Sie mehr Selbstständigkeit im Alltag zurückgewinnen können – ob in der Akutphase, während der Rehabilitation oder bei langfristigem Unterstützungsbedarf.

 

 

Was bedeutet eine inkomplette Querschnittslähmung?

Da einige Leitungsbahnen bei einer inkompletten Querschnittslähmung noch funktionieren, werden Signale zwischen dem Gehirn und dem Körper zumindest teilweise weitergeleitet. Je nachdem, auf welcher Höhe Ihr Rückenmark betroffen ist, können sich die Symptome stark unterscheiden. Im Unterschied zur vollständigen Querschnittslähmung bleiben bei Ihnen möglicherweise motorische oder sensorische Funktionen unterhalb der Schädigung erhalten.

 

Typische Formen der inkompletten Lähmung:

 

  • Paraparese: unvollständige Lähmung beider Beine
  • Tetraparese: unvollständige Lähmung aller vier Gliedmaßen
  • Paraplegie: vollständige Lähmung beider Beine mit möglichen Restfunktionen
  • Tetraplegie: vollständige Lähmung aller Gliedmaßen, teils mit verbliebenen Fähigkeiten

 

Diese Formen können sowohl Ihre Bewegungsfähigkeit als auch Ihr Empfindungsvermögen – etwa für Schmerz oder Temperatur – beeinträchtigen. Eine zuverlässige Einschätzung Ihres individuellen Zustands bietet der sogenannte ASIA-Score, der die Ausprägung der Lähmung medizinisch klassifiziert.

Mann mit C-Brace Orthese geht mit Hund spazieren

Die Symptome einer inkompletten Querschnittslähmung

Welche Symptome bei Ihnen auftreten, hängt davon ab, wo und in welchem Ausmaß Ihr Rückenmark betroffen ist. Typisch sind eine Schwäche oder Lähmung in Armen und/oder Beinen, begleitet von einem unsicheren Gang oder einer verringerten Kraft. Möglicherweise spüren Sie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder eine gestörte Temperaturwahrnehmung.

 

Auch spastische Muskelverkrampfungen, Schmerzen oder Einschränkungen bei der Blasen- und Darmentleerung können auftreten. Viele Betroffene erleben zusätzlich eine Veränderung in der Sexualfunktion oder kämpfen mit Koordinationsproblemen bei Bewegungsabläufen.

Diese Beschwerden wirken sich oft stark auf Ihren Alltag aus. Deshalb ist eine frühzeitige ärztliche Abklärung entscheidend – sie schafft Klarheit und ebnet den Weg für die passende Therapie.

Mögliche Beeinträchtigungen im Alltag

Eine inkomplette Querschnittslähmung kann Ihre Selbstständigkeit erheblich beeinflussen. Alltagstätigkeiten wie Anziehen, Einkaufen oder Treppensteigen werden häufig zur Herausforderung. Auch das Berufs- und Sozialleben kann durch Mobilitätseinschränkungen beeinträchtigt sein.

 

Typische Auswirkungen im Alltag:

 

  • Sie fühlen sich beim Gehen oder Stehen unsicher.
  • Ihre körperliche Belastbarkeit ist reduziert – selbst kleine Aufgaben ermüden Sie schnell.
  • Körperpflege, Haushalt oder berufliche Tätigkeiten fallen Ihnen schwerer.
  • Sie benötigen technische oder personelle Unterstützung, um Ihren Tag zu bewältigen.

 

Auch seelisch kann die Situation belastend sein. Deshalb ist es wichtig, dass Sie umfassend unterstützt werden – nicht nur körperlich, sondern auch emotional und organisatorisch.

Ursachen einer inkompletten Querschnittslähmung

Die Gründe für eine inkomplette Querschnittslähmung können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von neurologischen Ursachen bis zu Verletzungen und Operationen.

Traumatische Ursachen entstehen meist durch Unfälle oder äußere Gewalteinwirkung:

 

  • Verkehrsunfälle mit Wirbelverletzungen
  • Stürze bei Sportarten mit hohem Risiko
  • Haushaltsunfälle, vor allem im höheren Alter
  • Arbeitsunfälle oder Gewalteinwirkungen

 

In solchen Fällen wird das Rückenmark oft gequetscht oder gedehnt, ohne dass es komplett reißt.

 

Nichttraumatische Ursachen entwickeln sich oft schleichend:

 

  • Tumore an der Wirbelsäule oder im Rückenmark
  • Entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose
  • Durchblutungsstörungen wie spinale Infarkte
  • Degenerative Erkrankungen
  • Bandscheibenvorfälle

 

Auch ohne akuten Unfall können diese Ursachen eine chronische Lähmung zur Folge haben.

Wege Ihrer Genesung

Ihre Behandlung beginnt meist mit der Akutversorgung im Krankenhaus. Dabei wird Ihre Wirbelsäule stabilisiert und durch bildgebende Verfahren wird die genaue Schädigung festgestellt. In manchen Fällen wird eine Operation zur Entlastung des Rückenmarks durchgeführt.

 

Im Anschluss folgt die Rehabilitationsphase, bei der Sie mit einem interdisziplinären Team aus ÄrztInnen, TherapeutInnen und Pflegefachkräften zusammenarbeiten. Ziel ist es, Ihre Beweglichkeit zu fördern, Ihre Alltagsfähigkeiten zurückzugewinnen und Ihre Selbstständigkeit zu stärken.

 

Wichtige Bestandteile Ihrer Reha können sein:

 

  • Physiotherapie, um Ihre Muskelkraft und Koordination zu verbessern.
  • Ergotherapie, die Sie dabei unterstützt, alltägliche Aufgaben wieder sicher zu meistern.
  • Funktionelle Elektrostimulation (FES), um Ihre gelähmten Muskeln  zu aktivieren.
  • Lokomotionstraining auf speziellen Geräten, um das Gehen zu trainieren.
  • Psychologische Begleitung, um Ihre Situation emotional zu verarbeiten.

 

Ihr persönlicher Fortschritt entscheidet über den Umfang und die Dauer der Maßnahmen. Die Reha wird dabei laufend auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

rahm: Ihre Hilfsmittelversorgung bei inkompletter Querschnittslähmung

Wenn Sie von einer inkompletten Querschnittslähmung betroffen sind, stehen Ihnen bei rahm Lösungen zur Verfügung, um die Restfunktionen Ihrer Muskeln zu fördern und den Alltag eigenständiger zu gestalten. Je nachdem, ob eine Paraparese, Tetraparese oder eine andere Form der Rückenmarksschädigung vorliegt, bieten wir individuell anpassbare Hilfsmittel, die Sie aktiv im Training, in der Mobilität und bei der Kompensation motorischer Einschränkungen unterstützen können.

 

Unsere Hilfsmittel orientieren sich an Ihrer neurologischen Situation, der erhaltenen Muskelfunktion und Ihrem persönlichen Rehabilitationsziel. Sie bauen auf erhaltene Fähigkeiten auf und können Ihnen helfen, Bewegungsmuster zu stabilisieren, Spastiken zu lindern und das Gangbild zu verbessern.

C-Brace im Alltag

C-Brace® – Intelligente Unterstützung bei Restfunktionen im Bein

Das C-Brace® ist eine mikroprozessorgesteuerte Ganzbeinorthese, die Ihnen helfen kann, auch bei eingeschränkter kniestreckender Muskulatur sicherer zu gehen. Sensoren erkennen in Echtzeit Ihre Bewegung und steuern die Orthese entsprechend. Sie unterstützt dabei:

 

  • das Knie kontrolliert zu beugen und zu strecken – auch bei wechselndem Gelände oder Treppen.
  • mit weniger Kraftaufwand ein natürlicheres Gangbild zu erzielen.

 

Wenn Ihre inkomplette Querschnittslähmung die Muskulatur im  Kniebereich betrifft, stellt das C-Brace® eine wirksame Lösung dar, um aktiver bleiben zu können.

Person testet ein Exoskelett in der protheofit gehschule

Exoskelette – Mobilitätsförderung durch intelligente Bewegungssysteme

Bei Lähmungen im Arm- und Beinbereich kann es mithilfe von Exoskeletten wieder möglich werden, Bewegungen auszuführen, die ohne Unterstützung möglich wären. Für die Arme gibt es unterstützende Systeme, wie das MyoPro®oder Vincent neo1. Sie greifen durch Elektroden Ihre Bewegungsabsichten auf, und unterstützen Sie mechanisch. Exoskelette in den Beinen können die Bewegungsabsicht erfassen und diese dann eigenständig ausführen, beispielsweise beim Aufstehen, Gehen und Hinsetzen.

 

Ein Exoskelett eignet sich besonders bei inkompletter Paraplegie, wenn Sie Restaktivität erhalten haben und die Bewegung aktiv fördern möchten.

Funktionelle Elektrostimulation – Bewegungssteuerung durch elektrische Impulse

Wenn aufgrund der inkompletten Querschnittslähmung die Reizweiterleitung unterbricht, Ihre Muskulatur jedoch weiterhin auf äußere Reize ansprechen kann, bieten Hilfsmittel der funktionellen Elektrostimulation (FES) eine wirkungsvolle Unterstützung. Bei rahm finden Sie dafür unter anderem:

 

  • das EVOMOVE-System zur Aktivierung geschwächter Beinmuskulatur
  • das L300 Go Fußhebersystem, das dabei unterstützt, Ihren Fuß beim Gehen aktiv anzuheben und das Gangbild verbessern kann

 

Diese Systeme eignen sich besonders bei inkompletter Tetraparese oder chronischen Formen der Querschnittslähmung. Diese Hilfsmittel setzen Ihre erhaltenen Reizantworten in funktionale Bewegungen um. Durch elektrische Impulse werden Nerven stimuliert und Muskeln aktiviert, sodass Bewegungen wieder ermöglicht werden können.

 

Lösungen für Ihre Mobilität bei Einschränkungen von Bein und Fuß

Lähmungen, Spastik, Fußheberschwäche oder instabile Gelenke: Die funktionellen Auswirkungen einer inkompletten Querschnittslähmung sind vielfältig. Bei rahm erhalten Sie passende Versorgungslösungen, unter anderem:

 

  • Orthesen zur Stabilisierung von Sprunggelenk, Knie oder Hüfte
  • modulare Bewegungstrainer, die das Üben motorischer Funktionen ermöglichen

Neuro-Tage – Individuelle Versorgung bei inkompletter Querschnittslähmung

Bei einer inkompletten Querschnittslähmung bleiben bestimmte Funktionen teilweise erhalten. Diese Ressourcen gezielt zu nutzen und sinnvoll zu unterstützen, ist ein zentraler Bestandteil der Versorgung.

 

Im Rahmen der rahm Neuro-Tage prüfen unsere Neuro-ExpertInnen gemeinsam mit Ihnen Ihre vorhandenen Bewegungs- und Kraftpotenziale. Darauf aufbauend stellen wir Orthesen, Mobilitätshilfen oder ergänzende Reha-Technik vor, die Ihre individuellen Möglichkeiten berücksichtigen.

 

Unser interdisziplinäres Team aus Reha, technischer Orthopädie und Homecare berät Sie umfassend – mit dem Ziel, vorhandene Fähigkeiten zu fördern und den Alltag so selbstständig wie möglich zu gestalten.

rahm: Ihr Partner für mehr Mobilität und Lebensqualität bei inkompletter Querschnittslähmung

Eine inkomplette Querschnittslähmung verändert Ihren Alltag – in Bewegungsabläufen, Körperfunktionen und sozialen Aktivitäten. Mit der passenden Unterstützung gestalten Sie diesen Weg aktiver und sicherer.

 

Im Sanitätshaus rahm erhalten Sie nicht nur Hilfsmittel, sondern auch die fachkundige Beratung durch unsere ExpertInnen für technische Orthopädie, Rehatechnik und neuro-orthopädische Versorgung. Unsere qualifizierten Filialen stehen Ihnen mit Know-how zur Seite.

Wir unterstützen Sie auch bei anderen neurologischen Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik:

 

 

Ob es um Fußhebersysteme, Armorthesen, Spastikversorgung oder die Optimierung Ihres Wohnumfelds geht – bei rahm entwickeln Sie gemeinsam mit unseren ExpertInnen  Ihre individuelle Versorgungslösung.