Stomarückverlegung – Wissenswertes zur Rückverlegung Ihres Stomas

Was Sie über die Rückverlegung eines künstlichen Darmausgangs wissen sollten 
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Leonie Wiebachgeprüft von Leonie Wiebach
Produktmanagerin Stoma / ableitende Inkontinenz

Temporäres Stoma und Rückverlegung: Bedeutung & Möglichkeiten

Ein künstlicher Darmausgang (Stoma) wird heute häufig nur vorübergehend angelegt – etwa bei entzündlichen Darmerkrankungen, nach Tumoroperationen oder zur Entlastung des Darms. Dieses sogenannte temporäre Stoma kann nach erfolgreicher Behandlung unter bestimmten Voraussetzungen wieder zurückverlegt werden. 

 

Die Stomarückverlegung, auch als Anus praeter Rückverlegung oder Darmrückverbindung bezeichnet, bedeutet: Der künstliche Darmausgang wird operativ entfernt, die Darmenden wieder miteinander verbunden und die Bauchdecke verschlossen. Nach dem Eingriff kann der Stuhlgang wieder auf natürlichem Weg erfolgen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu mehr Lebensqualität. 

Rückverlegung eines Stomas: Voraussetzungen und Entscheidungsfaktoren

Ob ein Stoma zurückverlegt werden kann, hängt von medizinischen, anatomischen und funktionellen Faktoren ab. Die Entscheidung treffen Ärztin oder Arzt immer individuell – in enger Abstimmung mit der betroffenen Person. 

 

Voraussetzungen für eine Stomarückverlegung:

  • Die Darmnaht ist vollständig verheilt. 
  • Es bestehen keine Entzündungen im Bauchraum. 
  • Der Allgemeinzustand ist stabil. 
  • Eine Strahlen- oder Chemotherapie ist abgeschlossen oder nicht mehr notwendig. 
  • Die Funktion des Schließmuskels ist erhalten. 

 

Die früheste Möglichkeit zur Rückverlagerung besteht meist nach etwa 8 bis 12 Wochen – bei einigen PatientInnen dauert es jedoch deutlich länger. Besonders bei einem Ileostoma kann eine Rückverlegung nach mehreren Monaten oder Jahren erfolgen, wenn die Darmheilung abgeschlossen ist. 

Zwei Personen halten eine Stoma-Anlage

Ablauf der Operation und Erholung nach der Stomarückverlegung

Viele Betroffene stellen sich vor dem Eingriff wichtige Fragen. Wir beantworten die häufigsten: 

Wie läuft eine Stoma-Rückverlegung ab?

Die Rückverlegung eines künstlichen Darmausgangs ist in den meisten Fällen ein gut planbarer Eingriff. Die Operation erfolgt häufig minimalinvasiv (laparoskopisch) und dauert im Durchschnitt etwa 1 bis 2 Stunden – je nach Lage der Stomaanlage, Zustand des Darms und eventuell vorhandenen Verwachsungen. Dabei wird das Stoma entfernt, der stillgelegte Darmabschnitt mit dem funktionsfähigen Teil verbunden und die Bauchdecke sorgfältig verschlossen. 

Ist eine Stoma-Rückverlegung gefährlich?

In der Regel gilt der Eingriff als sicher. Wie bei jeder Operation bestehen gewisse Risiken, etwa Infektionen, Blutungen oder Nahtinsuffizienzen. Diese treten jedoch selten auf. Entscheidend ist eine gründliche Voruntersuchung und die Begleitung durch erfahrene Ärztinnen, Ärzte und Stoma Expertinnen. 

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt nach einer Stoma-Rückverlegung?

PatientInnen bleiben nach dem Eingriff meist 5 bis 10 Tage stationär – abhängig vom Heilungsverlauf und individuellen Beschwerden. In dieser Zeit wird die Darmfunktion überwacht, die Nahrungsaufnahme langsam gesteigert und ggf. mit unterstützenden Maßnahmen begonnen. 

Wie lange dauert die Erholung nach einer Stoma-Rückverlegung?

Die Genesungszeit ist individuell unterschiedlich. Viele Menschen fühlen sich bereits nach wenigen Wochen deutlich stabiler. Gleichzeitig berichten einige Betroffene auch nach Monaten noch von Problemen wie häufigem Stuhldrang, Blähungen, Stuhlinkontinenz oder einem veränderten Stuhlverhalten. Der Körper muss sich erst wieder an die neue Situation gewöhnen. 

Wie lange dauern Probleme nach einer Stoma-Rückverlegung?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Während sich bei manchen der Darm bereits nach wenigen Wochen reguliert, benötigen andere mehrere Monate. Beschwerden wie dünnflüssiger Stuhl, hoher Stuhldrang oder unkontrollierter Abgang können Teil der normalen Anpassungsphase sein. 

 

Wichtig ist: Die Erholungsphase nach der Rückverlegung eines künstlichen Darmausgangs braucht Zeit, Geduld und fachliche Unterstützung. Ein individuell angepasstes Vorgehen – bestehend aus Schließmuskeltraining, angepasster Ernährung, einer guten Hautpflege und ggf. Hilfsmitteln – kann dabei helfen, Beschwerden zu lindern und wieder mehr Kontrolle im Alltag zu gewinnen. 

Häufige Beschwerden und Komplikationen nach der Stomarückverlegung

Viele Betroffene berichten, dass der Weg zurück zur normalen Verdauung mit Herausforderungen verbunden ist. Die Stoma Rückverlegung Komplikationen sind vielfältig – oft jedoch vorübergehend. 

 

Häufige Beschwerden nach einer Rückverlagerung:

Nach einer Stomarückverlegung kann es einige Zeit dauern, bis sich der Darm wieder reguliert hat und der Körper sich auf die neue Situation eingestellt hat. Häufige Beschwerden nach einer Rückverlagerung sind zunächst völlig normal und betreffen viele Betroffene. Zu den typischen Symptomen zählen ein dünnflüssiger Stuhl, eine erhöhte Stuhlfrequenz, Blähungen, ein starker Druck auf den Schließmuskel sowie unkontrollierte Stuhlabgänge. Auch Hautreizungen im Analbereich oder Schmerzen beim Stuhlgang können auftreten.

 

Diese Komplikationen nach der Rückverlegung eines künstlichen Darmausgangs sind meist vorübergehend und bessern sich im Laufe der Zeit. Dennoch sollten sie ernst genommen und gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzte oder Stoma Expertinnen besprochen werden. Eine gezielte Kombination aus angepasster Ernährung, Beckenbodentraining, Schließmuskeltraining nach dem Stoma, geeigneten Hautpflegeprodukten und Hilfsmitteln wie analer Irrigation kann helfen, diese Beschwerden zu lindern und die Kontinenz schrittweise wiederherzustellen. 

Schließmuskeltraining und Beckenbodentherapie: Frühzeitig beginnen

Eine wichtige Maßnahme, um Stuhlinkontinenz nach der Stomarückverlegung zu vermeiden, ist das gezielte Schließmuskeltraining bei Stoma. Bereits während der Zeit mit Stoma sollte der Beckenboden gestärkt werden – am besten unter fachlicher Anleitung. 

 

Checkliste: Unterstützende Maßnahmen bei Inkontinenzproblemen 

Maßnahme 
Wirkung 
Beckenbodentraining  Stärkt die Muskulatur & verbessert die Schließfunktion 
Biofeedback oder Elektrotherapie  Unterstützt die gezielte Ansteuerung der Muskulatur 
Ernährungstagebuch  Erkennt individuelle Auslöser für Blähungen & Durchfall 
Angepasste Ernährung  Reguliert die Stuhlkonsistenz & reduziert Blähungen 
Hilfsmittel, wie Analtampons oder anale Irrigation  Helfen bei unkontrollierten Abgängen und Hautschutz 
Hautpflegeprodukte  Schützen vor Reizungen & fördern die Heilung 
Älterer Mann umarmt seine Partnerin in der Küche und küsst sie auf die Wange, während sie in einem Topf rührt.

Ernährung nach Stomarückverlegung: Worauf Sie achten sollten

Ein entscheidender Baustein für die Darmgesundheit ist die richtige Ernährung – besonders in den ersten Wochen nach der Rückverlagerung. 

 

Empfehlungen zur Ernährung nach der Rückverlegung:

  • Leicht verdauliche Kost bevorzugen (z.B. Reis, Kartoffeln, Zucchini). 
  • Auf stark blähende Lebensmittel (z.B. Hülsenfrüchte, Kohl) zunächst verzichten. 
  • Regelmäßige, kleine Mahlzeiten wählen. 
  • Viel trinken – aber auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten. 
  • Ernährungstagebuch führen, um individuelle Unverträglichkeiten zu erkennen. 

Stomasprechstunde bei rahm: Persönlich beraten und unterstützt werden

Eine Rückverlegung bedeutet nicht nur einen medizinischen, sondern auch einen emotionalen Umbruch. Deshalb begleiten unsere Stoma ExpertInnen Sie ganzheitlich – vor, während und nach der Stomarückverlegung. 

 

Wir beraten nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige oder Pflegende – telefonisch oder persönlich in unseren Stoma-Kompetenzzentren. 

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