Ein Leben mit Einschränkungen und Hürden
Nach einer Rötelninfektion im Mutterleib wurde Sabrina mit infantiler Zerebralparese geboren. Infolgedessen entwickelte sie über die Jahre Spastiken in allen vier Gliedmaßen (Tetraspastik). Diese Spastiken begleiten sie dauerhaft und schränken sie im Alltag ohne die passende Unterstützung stark ein.
Besonders die Covid-Zeit verschlimmerte ihren Zustand, denn nach fünf Corona-Infektionen verkrampfte sich ihr Körper mit jeder Immunreaktion zunehmend. Wenn Sabrina noch vor einigen Jahren selbstständig Geige und Keyboard spielen konnte, so ist das heute ohne Unterstützung nicht mehr möglich.
Mittlerweile sind auch Atmung und Verdauung betroffen, sodass Sabrina auf künstliche Ernährung angewiesen sind und nachts mit Sauerstoff versorgt wird.
Ohne Unterstützung wäre Sabrina ans Bett gefesselt. Doch bei rahm hat sie eine Versorgung gefunden, die ihr nicht nur ein aktives Leben, sondern auch einen stabilen Arbeitsalltag ermöglicht.
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Mehr Informationen Was ist infantile Zerebralparese?
Eine infantile Zerebralparese ist eine frühkindliche Schädigung des Gehirns, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach entsteht. Sie betrifft vor allem die Bereiche, die für Bewegung, Muskelspannung und Koordination zuständig sind.
Die Folgen sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Häufig treten Muskelverkrampfungen (Spastiken), eingeschränkte Beweglichkeit oder unkontrollierte Bewegungen auf.
Bei einer Tetraspastik sind alle vier Gliedmaßen betroffen – also beide Arme und beide Beine. Das bedeutet für Betroffene: Jede Bewegung erfordert enorme Kraft und Kontrolle. Selbst alltägliche Handlungen wie Greifen, Aufstehen oder längeres Stehen können zur Herausforderung werden.
Die Erkrankung ist nicht heilbar. Eine individuell angepasste Versorgung kann jedoch dazu beitragen, Bewegungsabläufe zu unterstützen, Muskelaktivität anzuregen und den Alltag strukturierter zu bewältigen.
Sabrinas Weg zu rahm und zur passenden Versorgung
Die Sorge vor dem Verlust der Selbstständigkeit war groß, und Sabrina suchte nach einer passenden Versorgung, die ihr helfen konnte, diese zu erhalten.
Auf der REHACARE Messe 2020 in Düsseldorf entdeckte Sabrina rahm. Speziell wurden ihr die ExpertInnen für funktionelle Elektrostimulation (FES) empfohlen.
Ein interdisziplinäres Team aus FachexpertInnen für Neuro-Orthopädie begleitete Sabrina dabei, die passende Versorgung zu finden. Dazu gehörte viel Probieren und Kombinieren. Besonders wichtig war es Sabrina dabei, Lösungen zu finden, die sie selbstständig anlegen und ausziehen kann.
Durch die offene und warmherzige Art des rahm Teams und ihrem Einsatz für sie fühlte sie sich ernst genommen – nicht nur als Kundin, sondern auch als Mensch mit Zielen.
„rahm hat mir neue Möglichkeiten eröffnet.“
Maßgeschneiderte Lösungen für mehr Selbstständigkeit im Alltag
Heute nutzt Sabrina eine Kombination verschiedener Hilfsmittel, hauptsächlich aus dem Bereich funktionelle Elektrostimulation (FES). Die L300 Go Beinmanschetten und eine Oberschenkelmanschette helfen ihr, die Spastiken in den Füßen und Beinen zu lösen und ihre Beine heben zu können. FES-Systeme für die Arme ermöglichen es ihr, die Hände zu öffnen und ohne Anstrengung Greifen und Loslassen zu können.
Zudem nutzt Sabrina den exopulse suit, für eine Ganzkörperstimulation am Morgen, um die Spastiken, die über Nacht auftreten, zu lösen. Die Kombination ist entscheidend. Denn bei komplexen neurologischen Erkrankungen reicht selten ein einzelnes Hilfsmittel aus.
Die niedrigfrequenten Stromimpulse ihrer Hilfsmittel helfen dabei, ihre Nerven zu stimulieren, um Muskeln zu aktivieren, die Sabrina ohne die Hilfsmittel nicht ansteuern könnte.
Aktives Leben trotz Tetraspastik
Mit ihrer individuell abgestimmten Versorgung gestaltet Sabrina ihren Alltag aktiv. Sie führt eine eigene Praxis und arbeitet als Musiktherapeutin sowie Gesundheitsberaterin mit Schwerpunkt Schmerzreduktion. Sie steht in einer Halle, leitet Übungen an, begleitet Menschen fachlich und menschlich. Bis auf etwas Unterstützung im Haushalt lebt sie weitgehend selbstständig, reist sogar alleine in den Urlaub.
Was für viele selbstverständlich ist, ist für Sabrina ein fragiles Gleichgewicht. Die Spastiken sind so ausgeprägt, dass sie ohne technische Unterstützung dauerhaft ans Bett gebunden wäre.
Ihre Muskulatur würde zunehmend verkrampfen, Bewegungen wären kaum kontrollierbar, Selbstständigkeit ginge Schritt für Schritt verloren. Hier zeigt sich, wie entscheidend eine passgenaue Versorgung ist.
Durch die Kombination aus funktioneller Elektrostimulation, orthopädietechnischer Expertise und der engen Begleitung durch unsere rahm Neuro-ExpertInnen entsteht keine Standardlösung, sondern ein individuell abgestimmtes Versorgungskonzept. Es ermöglicht Sabrina kein beschwerdefreies Leben – aber ein handlungsfähiges. Sie kann ihre Muskeln aktivieren, Bewegungen ausführen, und ihren Körper besser kontrollieren und damit ihren Alltag gestalten.
Möglichkeiten, die das Leben verändern
„Ich mag das Leben und genieße es auch“, sagt Sabrina offen und spricht davon, das Beste aus ihrer Situation zu machen – aktiv zu bleiben, statt auf Verschlechterung zu warten.
Sabrinas Geschichte zeigt, wie viel möglich wird, wenn fachliche Kompetenz, moderne Technik auf Resilienz und den Wunsch, nicht aufzugeben, treffen. In Sabrinas Fall bedeutet das konkret: nicht ans Bett gefesselt zu sein, sondern im eigenen Leben zu stehen.
Unterstützung bei neurologischen Erkrankungen bei rahm
Sie haben eine infantile Zerebralparese oder eine andere neurologische Erkrankung?
Wir helfen Ihnen, die passende Lösung für Ihre persönliche Situation und Ihre Anforderungen zu finden.
Kontaktieren Sie unsere Neuro-Lotsinnen oder informieren Sie sich über die neurologische Versorgung bei rahm.