High-Output Stoma: Was tun bei hoher Ausscheidung? 

Wie Sie ein High-Output Stoma besser verstehen und mit gezielter Ernährung und professioneller Beratung gegensteuern können
Marketing Managerin SEO & Unternehmenskommunikation
Leonie Wiebachgeprüft von Leonie Wiebach
Produktmanagerin Stoma / ableitende Inkontinenz

Wenn der Stomabeutel ständig voll ist

Ein Stoma kann im Alltag eine große Erleichterung bedeuten – bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Besonders belastend wird es, wenn sich der Stomabeutel häufig mit sehr flüssigem Stuhl füllt. Bei einem sogenannten High-Output Stoma ist die Ausscheidungsmenge stark erhöht. Das ständige Entleeren, der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten sowie mögliche Folgeerkrankungen können zur körperlichen und seelischen Belastung werden. Doch mit der richtigen Unterstützung, individuell abgestimmter Versorgung und einer geeigneten Ernährung lässt sich der Alltag deutlich erleichtern. 

Was genau ist ein High-Output Stoma?

Ein High-Output Stoma – medizinisch auch High-Output Syndrom (HOS) genannt – betrifft überwiegend ein Ileostoma, also einen künstlichen Dünndarmausgang. Im Unterschied zu einem Colostoma (Dickdarmausgang) fällt die Stuhlmenge hier generell höher aus. Beim High-Output Syndrom liegt jedoch eine abnorm hohe Ausscheidung vor: Während bei einem gesunden Ileostoma rund 200 bis 800 ml pro Tag ausgeschieden werden, können es beim HOS 1.000 bis 2.000 ml oder sogar mehr sein. Die Ausscheidung ist dabei sehr flüssig und führt dazu, dass der Stomabeutel bis zu zehn Mal täglich entleert werden muss. 

 

Ein Grund dafür liegt darin, dass durch die Anlage des Stomas große Teile des Darms – insbesondere das Kolon – als Resorptionsfläche wegfallen. Wird zusätzlich ein oberer Dünndarmabschnitt verwendet oder liegt ein Kurzdarmsyndrom vor, kann der verbleibende Darm die Flüssigkeit nicht ausreichend aufnehmen. Der Stuhl bleibt dadurch flüssig und gelangt schneller nach außen. 

Stoma Versorgung

Ursachen für das High-Output Syndrom

Das High-Output Syndrom kann verschiedene Auslöser haben. Häufig tritt es in den ersten Wochen nach einer Operation als Frühkomplikation auf. Auch eine Verkürzung des Dünndarms, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Infektionen oder bestimmte Medikamente können dazu führen, dass die Resorptionsfähigkeit des Darms eingeschränkt ist. Nicht selten handelt es sich um eine Kombination aus mehreren Faktoren, etwa einer Darmresektion bei gleichzeitiger Entzündung. 

Welche Risiken bestehen bei hoher Stomaausscheidung?

Die erhöhte Ausscheidung kann weitreichende Folgen haben. Besonders problematisch ist der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten, der zu einem Stoma-bedingten Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) führen kann. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, trockene Haut und Schleimhäute, Müdigkeit, verminderte Urinausscheidung sowie dunkler, konzentrierter Urin. In schweren Fällen drohen akute Nierenschädigungen. 

 

Auch die Nährstoffaufnahme ist beim Ileostoma mit hoher Ausscheidung stark beeinträchtigt. Das kann zu Malnutrition führen, also einer Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen. Betroffene berichten häufig von ungewolltem Gewichtsverlust, Kraftlosigkeit und sinkender Lebensqualität. Wird die Problematik nicht erkannt und behandelt, können sich langfristig chronische Nierenerkrankungen oder Elektrolytstörungen entwickeln. 

Vegetarier mischt Gemüsesalat in einer Schüssel

Ernährung bei High-Output Stoma: Was hilft wirklich?

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Stuhlmenge zu regulieren und Stuhl zu verdicken. Flüssigkeits- und Elektrolytverluste lassen sich durch gezielte Auswahl von Lebensmitteln und Getränken ausgleichen. 

 

Folgende Lebensmittel können eindickend und damit hilfreich wirken: 

  • Bananen, gekochte Möhren, geriebener Apfel 
  • Reis, Kartoffeln, Nudeln, Weißbrot 
  • Zwieback, Reiswaffeln, Salzstangen, Biskuit 
  • Aprikosen, Heidel- oder Preiselbeeren 

 

Auf ballaststoffreiche oder abführend wirkende Lebensmittel wie frische Ananas, Orangen, Hülsenfrüchte, rohes Gemüse, Zwiebeln, Spargel und Sauerkraut sollte besser verzichtet werden – sie können die Stuhlausscheidung zusätzlich verstärken. 

 

Auch das Trinkverhalten hat großen Einfluss. Es empfiehlt sich, nicht während, sondern zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Ideal sind isotonische Getränke, salzhaltige Brühen oder spezielle Elektrolytlösungen. Selbst bei dünnflüssigem Stuhl sollte die Trinkmenge nicht reduziert werden – im Gegenteil: 2 bis 2,5 Liter täglich gelten als Minimum. 

Weitere unterstützende Maßnahmen

Zusätzlich zur Ernährung können auch Medikamente helfen, die Stuhlmenge zu verringern und die Flüssigkeitsresorption zu verbessern. Je nach Ursache kommen unter anderem folgende Optionen infrage (nur nach ärztlicher Rücksprache): 

  • Loperamid zur Verlangsamung der Darmpassage 
  • Cholestyramin bei gallensäurebedingtem Durchfall 
  • Infusionen oder orale Rehydratationslösungen bei starkem Flüssigkeitsverlust 

 

Wird das High-Output Syndrom chronisch oder sehr ausgeprägt, kann auch eine Anpassung oder Rückverlagerung des Stomas notwendig werden. 

rahm ExpertInnen beraten zu High-Output Stoma

Bei einem High-Output Stoma spielt die richtige Versorgung eine wichtige Rolle. Individuell ausgesuchtes Stomamaterial, das auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, soll Sie dabei unterstützen und das häufige Ausleeren erleichtern.

 

In unseren Stomasprechstunden können unsere Stoma ExpertInnen Ihnen bei der richtigen Versorgung helfen und Ihnen hilfreiche Ratschläge geben. In unseren Kompetenzzentren können Sie mit den rahm Stoma ExpertInnen einen Termin vereinbaren.

 

Alle rahm Filialen finden Sie hier.

Filiale Mülheim-Kärlich
Auf dem Hahnenberg 25, 56218 Mülheim-Kärlich
0151 / 205 05 933 oder per Mail

 

Filiale Simmern
Bingener Str. 21a, 55469 Simmern
0 171 / 105 15 51 oder per Mail

 

Filiale Euskirchen
Thomas-Eßer-Str. 86, 53879 Euskirchen
0 22 51 / 779 49 66 oder per Mail

 

 

Termine nach vorheriger Vereinbarung über unsere Online-Terminbuchung
oder
telefonisch unter 02241/908488.