Was ist ein Dekubitus und wer ist gefährdet?
Ein Dekubitus, umgangssprachlich auch Druckgeschwür oder Wundliegegeschwür genannt, entsteht durch eine anhaltende Druckeinwirkung auf Haut und Gewebe. Wird die Durchblutung länger unterbrochen, kann es zu lokalen Schädigungen kommen – von Rötungen über offene Wunden bis hin zu tiefgreifenden Gewebeverlusten. Betroffen sind vor allem Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit: etwa bettlägerige Personen, RollstuhlfahrerInnen oder Menschen mit neurologischen Erkrankungen.
Die Ursachen für einen Dekubitus sind vielfältig. Neben fehlender Bewegung spielen auch ein gestörtes Schmerzempfinden, chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Flüssigkeitsmangel oder eine unzureichende Nährstoffversorgung eine Rolle. Auch bestimmte Medikamente und die Hautbeschaffenheit können das Risiko erhöhen.
Typische Risikozonen sind:
- Sitzbeine, Gesäß und Steißbein
- Schulterblätter, Rollhügel und Hinterkopf
Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe – was wirklich hilft
Eine effektive Dekubitusprävention setzt auf mehrere Säulen: Beobachtung, Hautpflege, Lagerung und Ernährung. Gerade im Alltag mit Pflegebedürftigkeit lassen sich viele Risikofaktoren reduzieren – vorausgesetzt, man achtet konsequent auf gefährdete Hautstellen und reagiert frühzeitig.
Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
| Bereich |
Maßnahme |
| Hautpflege |
Tägliche Kontrolle der Haut, Verwendung pH-hautneutraler Produkte, Wasser-in-Öl-Emulsionen bei trockener Haut |
| Kleidung & Hygiene |
Atmungsaktive, nicht einschnürende Kleidung tragen; Inkontinenzmaterial frühzeitig wechseln und Haut schonend reinigen |
| Lagerung |
Regelmäßige Positionswechsel (alle 2–4 Stunden), Einsatz von Lagerungskissen zur Druckentlastung |
| Ernährung |
Ausgewogene, eiweißreiche Kost mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen |
| Flüssigkeitszufuhr |
Mindestens 1,5–2 Liter täglich, angepasst an den individuellen Bedarf |
| Hilfsmittel |
Dekubitusmatratzen, Sitzkissen, Wechseldrucksysteme, Lagerungskissen, Patientenlifter zur Entlastung |
Wichtig ist auch der sogenannte „Fingertest“ bei Rötungen: Wird eine gerötete Stelle kurz weiß, wenn man sie mit dem Finger drückt, liegt noch kein Dekubitus vor – aber bereits eine Belastung. In dem Fall sollte die entsprechende Region sofort entlastet werden.
Dekubitusprophylaxe bei eingeschränkter Mobilität
Bei Menschen, die viel Zeit im Bett, im Rollstuhl oder auf einem Stuhl/Sessel verbringen, sind gezielte Lagerungsmaßnahmen unverzichtbar. Ein regelmäßiger Wechsel der Position sorgt dafür, dass gefährdete Hautareale entlastet werden. Dabei gilt: je nach Mobilität der betroffenen Person sollte die Lagerung individuell angepasst sein. Bei Bettlägerigkeit empfehlen Pflegefachkräfte in der Regel eine Umlagerung im Abstand von zwei bis vier Stunden – in manchen Fällen helfen schon sogenannte Mikrobewegungen, also minimale Lageveränderungen.
Für die Lagerung bei Dekubitus haben sich spezielle Hilfsmittel bewährt. Dazu zählen anatomisch geformte Lagerungskissen, Positionierungsrollen und sogenannte Freilagerungshilfen. Sie ermöglichen eine gezielte Druckentlastung – etwa an den Fersen, dem Steißbein oder dem Schulterblatt. Auch bei bereits bestehendem Dekubitus können diese Lagerungshilfen die Pflege deutlich erleichtern.
RollstuhlfahrerInnen profitieren von rutschfesten, druckverteilenden Sitzkissen. Diese reduzieren nicht nur die Reibung auf der Haut, sondern helfen auch, die Belastung gleichmäßig zu verteilen. Das ist besonders wichtig zur Vorbeugung von Dekubitus am Gesäß.

Die Rolle technischer Hilfsmittel: Matratzen, Kissen und Lifter
Für viele Pflegebedürftige sind technische Hilfsmittel ein zentraler Bestandteil der Dekubitusprävention. Besonders wirkungsvoll sind druckentlastende Matratzen – zum Beispiel aus viskoelastischem Schaum oder mit Wechseldrucksystem. Letzteres funktioniert über Luftkammern, die sich in regelmäßigen Abständen automatisch mit Luft füllen und wieder entleeren. Dadurch wird die Druckbelastung immer wieder neu verteilt – eine wirkungsvolle Methode, um Druckgeschwüren vorzubeugen.
Auch klassische Weichlagerungsmatratzen tragen zur Druckentlastung bei. Sie passen sich der Körperform an und bieten gleichzeitig die nötige Stabilität. Modelle – wie eine Dekubitus-Matratze mit Randzonenverstärkung – unterstützen ein sicheres Aufsetzen und Umsetzen, besonders an der Bettkante.
In der täglichen Pflege leisten auch Patientenlifter wertvolle Dienste. Sie ermöglichen ein schonendes Heben, Umlagern und Umsetzen – ohne Belastung für die pflegenden Angehörigen. Vor allem bei stark eingeschränkter Mobilität lässt sich so die Druckbelastung gezielt verringern.
Die vier Stadien des Dekubitus und woran man sie erkennt
Ein Dekubitus entwickelt sich schrittweise – von anfänglicher Rötung bis hin zu tiefgreifenden Gewebeschäden. Je früher gehandelt wird, desto besser die Aussichten auf Heilung.
- Grad 1: Rötung ist nicht wegdrückbar, die Haut bleibt aber intakt.
- Grad 2: Blasenbildung, oberflächlicher Hautdefekt.
- Grad 3: Zerstörung aller Hautschichten, Gewebeverlust.
- Grad 4: Offene Wunde bis auf Knochen, Sehnen oder Muskeln – hohes Infektionsrisiko.
Vor allem an stark belasteten Stellen wie Gesäß, Steiß oder Fersen sollten Pflegekräfte und Angehörige regelmäßig kontrollieren und bei ersten Veränderungen sofort reagieren.
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Wer einen Menschen mit Pflegebedarf betreut, leistet täglich Enormes. Umso wichtiger ist es, durch Wissen, passende Produkte und persönliche Beratung die richtige Unterstützung zu erhalten. rahm bietet Ihnen nicht nur geprüfte Hilfsmittel zur Dekubitusprophylaxe, sondern auch individuelle Fachberatung. Unsere ExpertInnen zeigen Ihnen, wie Sie gezielt Druckgeschwüren vorbeugen und geeignete Maßnahmen umsetzen.
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